EU-Textilindustrie entwickelt sich gut

Euratex, der Interessensverband der europäischen Bekleidungs- und Textilindustrie, legt gute Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 vor.

Demnach stieg der Umsatz der gesamten Textilindustrie-Branche in den 28 EU-Mitgliedsländern um 1,1 % auf 171 Mrd. €.

Export

Der Exportwert stieg unterdurchschnittlich um nur 0,6 % – was bedeutet, dass mehr für den europäischen Eigenbedarf produziert wird. Der europäische Konsumentenmarkt ist 513 Mrd. € schwer und damit der größte Markt für Bekleidung und Textilien weltweit. Wichtigster Exportmarkt ist die USA, vor der Schweiz. China hat mittlerweile Russland überholt und ist mittlerweile das drittwichtigste Exportland. Für die Innovationskraft der Branche steht die Tatsache, dass 2016 Investitionen in Höhe von 4,8 Mrd. € (+1,1 %) getätigt wurden. Die Zahl der Betriebe wuchs sogar um 1,6 % (auf 177.700), während jene der Beschäftigten lediglich um 0,2 % auf mehr als 1,7 Mio. Personen zulegen konnte.

Textilindustrie als wichtiger Arbeitgeber

Damit zählt die Textil- und Bekleidungsindustrie immer noch zu den größten Industriezweigen der EU. Sie steht für immerhin 9 % der Unternehmen und 5 % der Arbeitskräfte im produzierenden Sektor. Weitaus größter Arbeitgeber ist dabei die italienische Textil- und Bekleidungsindustrie, wo mehr als 400.000 Personen in der Branche arbeiten. Rumänien kommt auf knapp die Hälfte, auf Rang drei folgt Polen mit rund 150.000 Mitarbeitern. Portugal und Deutschland rangieren fast gleichauf mit knapp 130.000 Beschäftigten.

Import

Die Importe in die EU wuchsen 2016 lediglich um 0,5 %. Wichtigster Importmarkt ist mit einem Anteil von 33,1 % weiterhin mit großem Abstand China, wobei der absolute Wert der Importe aus China erstmals seit gut einem Jahrzehnt deutlich rückläufig war. An Wichtigkeit gewonnen haben hingegen weiter Bangladesch (Rang 2), Türkei (3.) und Indien (4.)

Von: Manuel Friedl

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