E-Commerce Day 2017: Be a Gamechanger!

Kürzlich fand in Wien der E-Commerce Day des Handelsverbandes statt: Bitcoin, Customer First und Influencer Marketing bestimmten das spannende Programm.

Mobiler Boom

Selbst wenn man es als Unternehmen nach ganz oben geschafft hat, ist man vor dem tiefen Fall nicht sicher. Dies demonstrierte Keynote Speaker und Client Partner bei Facebooks E-Commerce Vertical, Michael Pietsch, anhand des Beispiels der Firma Sun Microsystems, auf dessen einstigem Campus-Standort Facebook heute seine Zelte aufgeschlagen hat. Seiner Meinung nach geht es darum, Ideen Raum zu geben und mutig zu sein, selbst wenn dies hohe Investitionen bedeutet. Für ihn die aktuell größten Retail-Trends: Mobile Commerce, Data Driven Advertising, Mobile Feeds und Messaging: »Zum Zeitpunkt unseres Börsenganges im Mai 2012 hat Facebook keinen einzigen Dollar mit mobiler Werbung verdient. Mittlerweile machen wir 85-90 Prozent unserer Umsätze im Bereich Mobile.« Dass der Handel verstärkt auf das Mobile Commerce-Pferd setzen sollte, unterstreichen auch die aktuellen Zahlen der »E-Commerce-Studie Österreich 2017« von KMU Forschung Austria und dem Handelsverband, die Projektleiter Ernst Gittenberger beim E-Commerce Day präsentierte: Bereits 21 Prozent der Österreicher kaufen direkt via Smartphone ein, Tendenz steigend.

Customer First


Bei allen Trends, die der E-Commerce mit sich bringt, gilt es natürlich auch zu schauen, wo ihre Quelle ist, um in der Praxis alles richtig machen zu können. Die Spurensuche gestaltet sich hier allerdings nicht schwer: Der Kunde gibt klar den Ton an! Jedoch macht dieser es dem Handel nicht so leicht, denn der er bewegt sich viel schneller als je zuvor. Er hat steigende Ansprüche an den Handel und damit verbunden wird die Customer Journey immer komplexer. Was also tun? Linus Glaser, Country Manager von Zalando in Österreich und der Schweiz, sieht die Lösung in der Vernetzung mit dem Endkunden: »Man muss heute da sein, wo der Kunde ist. Der Kunde ist digital unterwegs, daher müssen auch die Händler und Marken dort hin.« Handelsunternehmen sollten im Web deshalb zu einer Plattform werden, die unterschiedliche Services anbietet und so möglichst viele Felder abdecken kann, mit Vorteilen sowohl für Business- als auch Endkunden. Zalando bietet heute bereits unterschiedlichste Plattform-Modelle an, wie den klassischen Zalando Shop, den Curated Shopping Service Zalon, Zalando Brand Solutions, Zalando Media Solutions, Collabary, Integrated Commerce und die Zalando Fulfillment Solutions. Wichtig sei es in aller erster Linie, bei allen Neuerungen und Innovationen, den Kunden stets in den Vordergrund zu stellen, wie es Klaus Magele, Geschäftsführer von Salamander Austria in einer Panel Discussion zum Thema auf den Punkt bringt: »Wir müssen die Kunden begeistern! Qualität an allen Enden und Ecken! Das Wichtigste ist nach wie vor Word of Mouth – also dass die Kunden ihre Begeisterung weitertragen und so neue Kunden werben.«

Innovation Pipeline

Dass die Zukunft schon mit den »next big things« bereits in den Startlöchern steht, bewies die Rede von Magdalena Isbrandt, Geschäftsführerin von Bit-Trust und Betreiberin des weltweit ersten Bitcoin-Stores »The House of Nakamoto« in Wien. Sie gab einen spannenden Einblick in die Blockchain-Technologie mit dem Vorzeigeprojekt Bitcoin. »Bitcoin ist wie das Internet – jeder nutzt es, aber es gehört niemandem. Bitcoin ist ganz einfach das sicherste Zahlungssystem, da es nicht manipuliert werden kann«, so Isbrandt. In Wien gibt es bereits 50 Stellen, welche die Kryptowährung als Zahlungsmittel akzeptieren. Für den Handel birgt das dezentrale Zahlungssystem laut Isbrandt enormes Potenzial: »Via Blockchain kann die komplette Lieferkette z.B. von Schweinefleisch transparent nachverfolgt werden – von der Produktion über den Transport bis hin zum Store.« Zum Abschluss des E-Commerce Day führten Sandra Thier, Moderatorin und Partner beim österreichischen Influencer-Netzwerk diego5, und Joanna Zhou aka Maqaroon, Österreichs erfolgreichste YouTuberin, ein kleines Social Media-Experiment vor und demonstrierten damit, wie zukunftsträchtig Influencer Marketing für den Handel in Österreich sein kann. »In den USA fließt heute bereits massiv Geld in Influencer Marketing. Das wird in Europa und Österreich in den nächsten Jahren auch kommen und klassische TV & Print Werbung ersetzen«, so Joanna Zhou, die vor allem mit amerikanischen Unternehmen erfolgreich kooperiert. Influencer schaffen es, die junge Zielgruppe, auch bekannt als »Millenials«, direkt in ihrer Lebenswelt, auf Augenhöhe abzuholen und werden damit zu der idealen »Waffe« im Kampf um die Kunden von morgen: Gamechanger eben!

Von: Christiane Marie Jördens

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