Omatu Fulani ist angekommen

Die österreichische Designerin mit afrikanischen Wurzeln, Omatu Fulani, meldet sich mit einer Kollektion in Österreich zurück, die vom Blazer bis zum Abendkleid sagt »Das bin ich«.

Begonnen hat alles – wie kann es anders sein – mit der Lieblingspuppe, die gerne und ausgiebig mit Stoffresten geschmückt wurde. Einen Schritt professioneller wurde es dann schon mit der Ausbildung an der Modeschule Hetzendorf, die bald darauf folgte. Dort sammelte die heutige Sängerin und Designerin Omatu Fulani ihre ersten Erfahrungen, die sie dann mit einer Handelskarriere in Wiens schicken Boutiquen vollendete. »Ich habe aus dieser Zeit sehr viel mitgenommen«, so die junge Designerin. Aber ihr Traum war es schon immer, ihr »eigenes Ding« zu machen, sowohl in der Musik als auch in der Mode. So entschied sich Omatu Fulani gemeinsam mit ihrer Partnerin Sandra das Label Fulani zu gründen.

Was lange währt…

Fast jeder Gründer muss die eine oder andere Niederlage einstecken, am langen, steinigen Weg zum Erfolg. Auch Omatu Fulani ging durch eine harte Schule: Zunächst aus privaten Gründen nach L.A. in die USA gereist, fand sie schnell Gefallen an dem »American way of life« und der Modeszene der Staaten. Fluchs entschied sich Omatu, Messen wie die WWD Magic für ihr Label zu nutzen und in L.A. durchzustarten. Doch der Erfolg ließ auf sich warten, bis sie sich entschied, ganz nach ihrer Fasson zu designen, ohne auf Kosten oder Aufwand zu achten. Das Risiko machte sich bezahlt: Durch gute Kontakte öffnete sich für Omatu Fulani die glamouröse Welt der Stars und bekannte Gesichter wie Michelle Williams zeigten sich von ihrer Mode begeistert. So konnte sich die Designerin in den Staaten wie auch parallel ein modisches Standbein aufbauen: Ihre Kollektionen verkauft sie mittlerweile etwa bei der amerikanischen Premium-Kette Neiman Marcus oder auch in kleineren Boutiquen, wie hierzulande in der Sterngasse 4. In den USA sieht man ihre Kreationen am roten Teppich.

...wird endlich gut

Mit ihrer neuesten Kollektion »Pieces of me« ist Omatu Fulani angekommen, wie sie selbst sagt. Pieces of me soll auch der Neustart in der europäischen Modeszene sein. Nach einer mehrjährigen, kreativen Schaffenspause, in der sie vor allem privat durchatmen wollte, sagt sie von sich selbst »I’m back!«. Sie fühlt sich in der Musik und mit dem Label Fulani nun dort angekommen, wo sie hingehört, was sie sowohl in der Musik als auch in sämtlichen Kollektionsteilen ausdrückt. »Man muss sich im Leben immer wieder neu erfinden«, so Omatu Fulani im Interview. Die Auszeit hat ihr dabei geholfen. Wie es nun weitergehen soll, weiß die gebürtige Wienerin bereits. Schon bald soll eine Hochzeitskollektion entworfen werden, mit dem typischen Fulani-Flair: Tragbar, elegant und doch eigenwillig. Auch das Thema Jeans und die Modeschauen in Berlin und Paris reizen die Designerin: Die Ideen sind da und die Energie auch. Die Modeszene in den Staaten bleibt für Omatu Fulani weiterhin spannend, genauso wie der Großhandel in Österreich. Schließlich lässt es sich heutzutage auch auf zwei Hochzeiten tanzen, Multitasking sei dank.


Von: Christiane Marie Jördens

Kommentar

In unserer Kategorie Kommentar schreiben die Redakteure der Österreichischen Textil Zeitung darüber, was sie in der vergangenen Woche bewegt hat. Die Welt der Modeindustrie und des Modehandels, ihre Tücken, Herausforderungen und Kuriositäten - ganz persönlich im Kommentar auf den Punkt gebracht.

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