Keine Angst vor Ladendiebstahl

Gerade zur Vorweihnachtszeit ist er ein großes Problem und kann so manchen Storemanager zur Verzweiflung bringen – der Ladendiebstahl.

Wie sieht eigentlich Ladendiebstahl in der Praxis aus? Woran erkennt man einen Dieb und wie stellt man ihn am besten selbst? Diese Fragen beantwortet »Meisterdieb« Alfred Fuchsgruber in seinem neuen Buch »Die Lizenz zum Klauen«, herausgegeben von der Firma N.E.Team GmbH aus München, wo der erfahrene Testdieb selbst Geschäftsführer ist. Sein persönliches Motto: »Schlauer als die Klauer«.

Vom Elektriker zum Meisterdieb

Alfred Fuchsgruber geistert nicht schon seit seiner Kindheit durch den Einzelhandel und steckt sich mal hier ein Buch in die Tasche oder lässt mal dort ein Hemd in den Rucksack wandern. Als Elektriker vor Jahren schon mit Sicherheitstechnik konfrontiert, entdeckte er die Diebstahlsüberwachung für sich und sammelte über die Jahre Erfahrung darin, wie sich ein Diebstahl ankündigt, welche Verhaltensweisen die Diebe an den Tag legen und wie man sich im Einzelhandel am besten auf solche Situationen vorbereiten oder sie gar verhindern kann. Daraus entwickelte der Deutsche eine lukrative Geschäftsidee. Heute ist der gebürtige Münchner selbständiger Unternehmer und entwickelt Schulungskonzepte zur Prävention von Ladendiebstahl. Workshops hält er etwa auch für Umdasch Shopfitting.

Ladendiebstahl und nun?

Ein Kapitel des Buches »Die Linzenz zum Klauen« widmet sich genau der Situation, wenn der Ladendiebstahl schon begangen wurde. Was tun? Das A und O sind laut Fuchsgruber eine ruhige Gesprächsführung und die Einhaltung von Sicherheitsvorkehrungen, wie etwa genügend Abstand zum Dieb und das Stellen sollte, wenn möglich, zu zweit passieren. Das Wichtigste aber ist, keine Gewalt anzuwenden. Im Zweifelsfall die Polizei rufen und die Person ziehen lassen.

Von Mützen und Henkeln

Welche Techniken beim Ladendiebstahl zum Einsatz kommen, kann man im Buch ebenfalls nachlesen, wie etwa den Einhenkeltrick oder den Mützentrick. Der Dieb trägt eine Tasche oder ein Sackerl mit einem Henkel am Arm, einen lässt er hinunter hängen. Auf diese Weise kann die Ware unauffällig und ohne große Geräusche in die Tasche manövriert werden. Fertig ist der Einhenkeltrick! Beim Mützentrick wird – wie der Name schon vermuten lässt – die Ware unter eine Mütze oder einen Hut geschoben und wieder fest aufgesetzt. Beliebt ist diese Methode im Ladendiebstahl vor allem für hochwertige Kleinprodukte. Da der Dieb keine großen Taschen oder Rucksäcke trägt, wirkt er zudem unauffällig auf das Verkaufspersonal.

Diese Tipps und viele spannende Anekdoten mehr aus dem Alltag eines Mannes mit der Lizenz zum Stehlen kann man im Buch nachlesen. Trockene Theorie ist eindeutig nicht zu befürchten. Von der Redaktion gibt es daher eine klares »Daumen hoch« für das Sachbuch zur Prävention von Ladendiebstahl!


Von: Christiane Marie Jördens

Kommentar

In unserer Kategorie Kommentar schreiben die Redakteure der Österreichischen Textil Zeitung darüber, was sie in der vergangenen Woche bewegt hat. Die Welt der Modeindustrie und des Modehandels, ihre Tücken, Herausforderungen und Kuriositäten - ganz persönlich im Kommentar auf den Punkt gebracht.

Lesen Sie mehr!