Berliner Flauschangriff

Berlin ist der einzige Platz im deutschsprachigen Raum, an dem Mode noch Spaß macht.

Der Modestandort Berlin bleibt gesetzt. Es ist mittlerweile der einzige Platz im deutschsprachigen Raum, an dem Mode noch Spaß macht – und für Medienwirksamkeit sorgt. Donald Trump wird als 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt – und in Berlin spricht man von den tollen Shows der Fashion Week. Wie würden unsere deutschen Freunde schreiben: SO MUSS MODE! Zwischen Kommerz und Avantgarde, zwischen Normalität und Experimentierfreudigkeit hat sich ein Kleinklima der echten Begeisterung verfestigt, man erfreut sich an tollen Looks, an abenteuerlichen Locations, an Paradiesvögeln, die heute Blogger oder Influencer heißen. Ja, im Kaufhaus Jandorf (dem ältesten Kaufhaus Berlins mit einer traumhaften Fin-de-Siécle-Fassade) war es zu heiß, auf der Premium zu voll und die Panorama verfällt in die alte Messeveranstalter-Krankheit, es wirklich jedem Recht machen zu wollen ( was angesichts abgewirtschafteter Messehallen nicht ganz gelingt). Aber jenseits aller branchentypischen Schlechtrederei saß man mit einem guten Gefühl im Rückflug nach Wien. Ein Feuerwerk von Trends wurde gezündet zwischen Mitte und Messegelände. Und klar leuchten manche Sterne heller als andere. Brokat und Pannésamt, Lurexstrick und Hahnentritt. Flauschige Pelz-Fluffis und Paillettenröhren. Das Berliner Publikum passt sich dem neuen Glamour als Antwort auf schlechten Zeiten an. So toll gestylte Frauen (um 10.00 h morgens!) sieht man sonst nur in Paris. Mode muss wieder begeistern, heißt es immer wieder. Mensch, schaut doch einfach nur, wie die das in Berlin machen!!


Von: Brigitte Pfeifer-Medlin

Kommentar

In unserer Kategorie Kommentar schreiben die Redakteure der Österreichischen Textil Zeitung darüber, was sie in der vergangenen Woche bewegt hat. Die Welt der Modeindustrie und des Modehandels, ihre Tücken, Herausforderungen und Kuriositäten - ganz persönlich im Kommentar auf den Punkt gebracht.

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